Der Einsatz von neuen Medien im schulischen Kontext

Medienpädagogik

Medien sind für viele Menschen ein elementarer Bestandteil „in Schule und Gesellschaft, Beruf und Freizeit, Wissenschaft und Kultur sowie in Wirtschaft und Politik“ (Tulodziecki/Herzig 2004, S. 7). In den 1960er Jahren wurde der Begriff „Medienpädagogik“ zum ersten Mal genannt. Dabei wurde der Begriff als eine Sammlung aller pädagogisch orientierten Tätigkeiten mit Medien, die in Theorie und Praxis Verwendung finden, definiert (vgl. Issing 1987, S. 24).

Unbenannt 1

Abbildung 1: Eigene Darstellung der Medienpädagogik; modifiziert nach Glaser, M., Weigand, S. und Schwan, S. (2009)

So stehen unter dem übergeordneten Begriff „Medienpädagogik“ folgende Begrifflichkeiten:

  • Medienerziehung

Die Medienerziehung zielt auf den reflektierten Medienkonsum und kritischen Umgang mit Medienangeboten ab (vgl. Kerres 2001, S. 26).

  • Informations-, medien- oder kommunikationstechnische Bildung

Die informations-, medien- oder kommunikationstechnische Bildung möchte den kompetenten Umgang mit Technik vermitteln und kann als Basisqualifikation für mediendidaktische und -erzieherische Bemühungen aufgefasst werden (ebd.).

  • Mediendidaktik

Die Mediendidaktik beschäftigt sich mit der Funktion und Bedeutung von Medien in Lehr- und Lernprozessen (ebd.).

Eigenes Medienhandeln

Als Jugendliche dienten für mich das Fernsehen, das Radio und die Printmedien zur Informationsgewinnung, um die Ereignisse des Tages und das Weltgeschehen mit verfolgen zu können. Im Vergleich zu heute, klingt es sehr limitiert. Im Alter von 16 Jahren habe ich meinen ersten Computer erhalten. Diesen benutze ich für unterschiedliche  Lernsoftware,  beispielsweise um meine Englisch-Vokabeln zu wiederholen  und die dazugehörige Grammatik zu festigen.  Da ich ein audio-visueller Lerntyp bin, der gerne mit mehreren Sinnen bzw. Kanälen arbeitet, haben mir die Lernsoftware damals weitergeholfen.  Anschließend bekam ich mit 17 mein erstes Mobilfunkgerät, damals das Nokia 3210 – darüber konnte ich u.a. meinen Freund/innen eine kurze Nachricht senden und empfangen, allerdings wurde es meinerseits, aufgrund der damaligen horrenden Kosten nicht allzu oft genutzt.

Medieneinsatz in meiner Schulzeit

Während meiner Schulzeit gab es kaum E-Learning im Unterricht. In der Schule wurde nur im Unterrichtsfach Informatik E-Learning angeboten. Ein Manko war jedoch, dass es nur als Wahlpflichtkurs angeboten wurde, an diesem habe ich auch damals teilgenommen. Der Unterrichtsstoff beinhaltete einfache Programmierung und das Erstellen von MS-Excel-Tabellen. Ansonsten wurden in gewissen zeitlichen Episoden  der Fernseher und der CD-Player eingesetzt, um Unterricht entweder zu überbrücken oder das gerade behandelte Thema  durch einen audio- oder visuellen Einsatz eines Mediums zu verstärken.  Natürlich kam im Unterricht, die Tafel und auch sein elektrisches Pendant, der Overheadprojektor, zum Einsatz.

Jugendliches Medienhandeln

JIM Studie (2013)

Laut den Ergebnissen der Studie vom Medienpädagogischen Forschungsverbund (2013) verfügen 96% der Jugendlichen ein eigenes Handy, davon besitzen 72% ein Smartphone. Die Mehrheit der Jugendlichen nutzt ihr Handy an erster Stelle. Erstaunlicherweise hat sich die Besitzrate von Smartphones in den letzten Jahren extrem gesteigert. 2011 waren es gerade mal 25%, 2012 verdoppelte sich die Zahl auf 47% und 2013 sind es sage und schreibe 72%.

In den Studienergebnissen verfügen 88% der 12- bis 19-Jährigen über einen Internetzugang von ihrem Zimmer aus. Als zweithäufigstes Medium nutzen Jugendliche das Internet. Vier von fünf Jugendlichen besitzen über eine eigenen Computer oder Laptop. Interessant ist der Aspekt, dass inzwischen 14% der 12- bis 19-Jährigen einen eigenen Tablet-PC besitzen. Die Jugendlichen verwenden das Internet vor allem zur Kommunikation mit anderen Anwendern. Somit bietet es den Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit sich untereinander zu verständigen, sondern auch sich weltweit zu vernetzen. Das dominanteste Anwendungsmotiv der Jugendlichen ist die Nutzung von sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook.

Gegenwärtig erfahren somit die sozialen Netzwerke, das Internet und Smartphones sowie Tablet-PCs eine zunehmend relevante Rolle im Leben von Jugendlichen in Deutschland. Daher muss sich die Schule und somit auch die Lehrkräfte, sich mit den Lebenswelten der Jugendlichen auseinandersetzen und sie dort abholen wo sie sich befinden und eventuell diese Medien in den Unterricht integrieren.

Medialer Habitus

Ich finde es essentiell, dass Schülerinnen und Schüler über die Gefahren und Risiken von Medien aufgeklärt werden. Es ist unerlässlich, einen gesunden Umgang mit Medien zu erlernen, um daraus folgende Herausforderungen meistern zu können, denn gegenwärtig ist es jedem Nutzer des Internets möglich, Inhalte auf lange Zeit dort einzustellen. Schülerinnen und Schüler benötigen daher entsprechende Kompetenzen, um diese Inhalte adäquat reflektieren und selektieren zu können (vgl. Grob/Vossen 2007, S.3).

Auf der anderen Seite, finde ich es genauso wichtig, die Chancen die neue Medien mit sich bringen aufzuzeigen. Gerade in den letzten zehn Jahren , nahmen die verschiedenen Medienformate immer mehr an Bedeutung zu. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, in welcher Form diese Medien tagtäglich genutzt werden und welchen Stellenwert sie für die Jugendlichen haben.

Daher finde ich es essentiell, dass zukünftige Lehrkräfte sich mit dieser Lebens- bzw. Medienwelt der Jugendlichen beschäftigen und auseinanderzusetzen und diese Medien in den Unterricht integrieren.

Quellen

  • Glaser, M./Weigand, S./Schwan, S.(2009): Mediendidaktik. In Henninger, M./Mandl, H.(Hrsg.): Handbuch Medien- und Bildungsmanagment. Weinheim und Basel: Beltz Verlag. S.191.
  • Grob, H.L./Vossen, G. (Hrsg.) (2007): Entwicklungen im Web 2.0 aus technischer, ökonomischer und sozialer Sicht. URL: http://dbis-group.uni-muenster.de/dbms/media/publications/2007/Hybrid_no51.pdf 
  • Issing, J.L. (Hrsg.) (1987): Medienpädagogik im Informationszeitalter. Weinheim: Deutscher Studien Verlag.
  • Kerres, M. (2001): Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung. 2. Auflage. München; Wien: Oldenbourg: Oldenbourg Wissenschaftsverlag.
  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2013): Jugend, Information, (Multi-) Media – Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart. URL:  http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf13/JIMStudie2013.pdf      
  • Tulodziecki, G./Herzig, B. (2004): Handbuch Medienpädagogik. Mediendidaktik. Medien in Lehr- und Lernprozessen. Band 2. Stuttgart:Klett-Cotta.

Autorin: Gülsah Kilic (2014) im Rahmen des Seminars “E-Learning-Projekt” (Informationspädagogik) an der Technischen Universität Darmstadt

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