Mediennutzung in der Schule – von damals bis heute

Meine eigene Mediennutzung

Mit elektronischen Medien im weiteren Sinne kam ich schon relativ früh in Berührung. Mit 7 Jahren habe ich den legendären Commodore C64 von meinem Onkel vermacht bekommen. Das hat mich und meine IT-Affinität wahrscheinlich auch nachhaltig geprägt. In meiner Realschulzeit, Anfang der 90er Jahre, waren Computer wie man sie heute kennt eher noch die Ausnahme. In den ersten Jahren kamen meine  Mitschüler und ich in der Schule nicht mit PCs in Berührung. E-Learning  wurde hauptsächlich im Englischunterricht in Form eines Sprachlabors, also komplett ohne Computer, praktiziert. Ab der 7. Klasse wurde dann  aber auch Informatik und IKG (Informations- und Kommunikationstechnik) als Wahlpflichtunterricht angeboten. Während im Informatikunterricht die  Grundlagen des Programmierens in der Sprache „BASIC“ vermittelt wurden,  war der IKG-Unterricht vergleichbar mit dem heutigen ECDL*. Da beides jedoch Wahlpflichtfächer waren, konnte es  durchaus passieren, dass man in diesen 5 Jahren Schulzeit  überhaupt keinen Kontakt mit dem PC in der Schule hatte. Dies änderte  sich jedoch schlagartig in der Berufsschule (1997). Einige Fächer wurden  zwar immer noch konventionell ohne elektronische Medien unterrichtet,  aber in vielen Fächern war der Computer nicht mehr wegzudenken. Dies lag  wahrscheinlich auch daran, dass das Internet für die breite Masse  langsam auf dem Vormarsch war.

Was für Medien nutzen Jugendliche heute?

In  der JIM-Studie 2013 zeichnet sich ein vollkommen anderes Nutzungsverhalten gegenüber früher ab**. So haben heute beispielsweise 97% aller Jugendlichen einen Zugang zum Internet, während 1998 gerade  mal 18% die Möglichkeit hatten das WWW zu nutzen. Heute haben zwar annähernd 100% aller Jugendlichen einen Computer oder Laptop in ihrem Haushalt, aber es zeichnet sich ein ganz langsamer Rückgang ab. Die Vermutung  liegt nahe, dass die gestiegene Multimedia-Funktionalität von Smartphones, Tablets & Co. den Computer früher oder später von den oberen Plätzen der Geräteausstattung bei den Jugendlichen verdrängen  wird. Aussagen meiner eigenen Schülerinnen und Schüler unterstützen diesen Verdacht. Vermutlich ist das auch der Grund, warum dedizierte  Multimediageräte, wie der MP3- oder DVD-Player einen starken Rückgang  bei den genannten Nutzergruppen zu verzeichnen haben. Es bleibt abzuwarten, was die diesjährige JIM-Studie an neuen Ergebnissen hervorbringt. Für Schulen stellt sich die Frage, ob und wie die Neuen Medien gewinnbringend im Unterricht eingebracht werden können. Bring your own device (BYOD) lautet hier das Stichwort. Aber welche Risiken birgt ein solches Projekt? Der Hightech-Verband Bitkom hat diesbezüglich einen  Ratgeber*** herausgebracht, welcher neben den rechtlichen Anforderungen und Gefahren auch Praxisbeispiele und Lösungsansätze beschreibt… aber leider vorwiegend für Unternehmen. In den Schulen stellt sich darüber hinaus auch die Frage, wie Schülerinnen und Schüler aus sozial schwächeren Familien durch dieses Thema nicht benachteiligt oder sogar diskriminiert werden. Wir haben an unserer Schule vor zwei Jahren ein  Pilotprojekt in der zweijährigen Berufsfachschule gestartet, indem wir in einem zweizügigen Jahrgang eine Laptopklasse eingeführt haben. Um Ausgrenzungen und Benachteiligungen zu vermeiden, wurden vor Schulbeginn mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler Gespräche geführt, um die derzeitige Ausstattung abzuklären und geeignete (und Preiswerte) Geräte anzubieten. Diese Methode hat sich als äußerst ergiebig erwiesen. Da die Ausstattung bei den Jugendlichen dennoch stark variiert (unterschiedliche Hersteller und Modelle), sind die Lehrkräfte besonders gefordert, auf die individuell auftretenden PC-Probleme im Unterricht einzugehen.

Mein eigener Medialer Habitus

Heinz  Moser von der PH Zürich spricht in seinem Vortrag zum Thema Medienbildung an der PH Ludwigsburg vom 10. Februar 2014**** u.a. vom medialen Habitus. Er unterscheidet im Wesentlichen 3 Typen: beschützender Aufklärer, inaktive Auslagerung, engagierte Einbettung. Mein medialer Habitus wäre eine Mischform der drei Typen, jedoch mit einer starken Tendenz zur engagierten Einbettung im Unterricht. Unabhängig vom Lernfeld oder Thema nutze ich elektronische Medien immer im Unterricht. Da unsere Schule nur noch interaktive Whiteboards verwendet, kommen wir Lehrkräfte ohnehin nicht mehr darum. Ich persönlich versuche darüber hinaus auch die mitgebrachten Laptops, Smartphones, Tablets & Co. der Schülerinnen und Schüler in den  Unterricht einzubinden (sei es nur zu Recherchezwecken). Dabei weise ich  regelmäßig auch immer auf die Gefahren der Neuen Medien hin.

Autor:  André Ploch (2014) im Rahmen des  Seminars „E-Learning-Projekt“  (Informationspädagogik) an der Technischen  Universität Darmstadt.

Verwendete Quellen

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