Meine persönlichen Erfahrungen mit Medien

Meine Erlebnisse mit Medien in der Jugend waren definitiv sehr ereignisreich. Ich hatte das große Glück, einige wegweisende Umbrüche zu erleben. Insbesondere der starke Wechsel von einer analogen Technologiegesellschaft zu einer digitalen und global vernetzten Welt.

In meiner Kindheit hatte kaum einer seinen eigenen Computer. Im besten Fall gab es einen Computer für die ganze Familie. Einen Internetanschluss hatten auch nur die Wenigsten. Mein Vater erkannte zum Glück den Kern der Zeit und ich bekam mit 12 Jahren meinen ersten eigenen Computer. Somit bekam ich sehr früh einen Zugang zu diesem neuen Medium. Ich kann mich noch gut erinnern, es war ein Pentium 2 mit 333 Mhz. Rund 15 Jahre später arbeitet selbst in einer Uhr ein stärkerer Prozessor. 🙂 Wie die Jim-Studie zeigt, hat heute annähernd jeder Haushalt seinen eigenen Computer bzw. fast jeder Jugendlicher ein eigenes Gerät.

Bildschirmfoto 2014-10-31 um 10.52.18

Gleichzeitig veränderte sich auch der komplette Markt an digitalen Medien. Als Kind hatte ich noch viele Hörspiel- und Musikkassetten. So langsam kam dann die CD auf den Markt. Mit 8 Jahren kaufte ich meine erste CD. Auch im Bereich des Computers wurde die Diskette nach und nach von der CD abgelöst, aber ich hatte auch noch einige Computerspiele auf Diskette. Mit 14 Jahren kaufte ich meine erste DVD, diese löste die jahrzehntelange Dominanz der VHS als Filmmedium ab. Es zeigt sich natürlich, dass Medien heute deutlich kurzlebiger erscheinen. Die VHS war Jahrzehnte praktisch das einzige Medium am Markt, während die DVD gerade einmal ca. 10 Jahre hielt.

So ähnlich verhielt es sich auch in meiner Schulzeit. In der Sek.I war das häufigste Medium die VHS, während in der Sek.II eher die DVD zum Einsatz kam. An den ersten Schulcomputern benutzten wir noch Disketten. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht sogar noch an Computern ohne grafische Benutzeroberfläche. Später hielt dann auch das Internet in der Schule Einzug, sodass man die eine oder andere Lehreinheit auch an Computern machte. Wir hatten damals auch schon die ersten Gespräche zum Thema Gefahren des Internets.

Wichtig ist auch die Veränderung im Handy bzw. Smartphonebereich. Mein erstens Handy hatte ich mit 13 Jahren. Smartphones gab es damals noch keine. Generell gab es gefühlt vielleicht ein Dutzend Modelle. In meiner Schule hatte in der 8. Klasse, also mit ca. 14 Jahren, in etwa ein Drittel der Schüler ein Handy. An Internet war noch nicht zu denken. Im Endeffekt hat man Snake gespielt und war im Notfall zu erreichen. Wir haben eigentlich kaum telefoniert, da damals praktisch jedes Handy ein Prepaidhandy war und man sein Taschengeld lieber für etwas anderes ausgegeben hat. In der Schule waren im Unterricht Handys absolut verboten. Wer damit erwischt wurde, der bekam es abgenommen und die Eltern konnten es dann beim Schulleiter abholen, inklusive einer Standpauke.

Der Jim-Studie ist ebenfalls zu entnehmen, dass aktuell praktisch jeder Jugendliche ein eigenes Handy oder Smartphone besitzt. Unabhängig davon hat sich auch das Nutzungsverhalten stark gewandelt. Ich stelle heute fest, dass meine Schüler vor allem oft Bilder machen oder Musik hören und auch im Internet surfen. In der 5. Klasse hat praktisch jeder Schüler sein eigenes Smartphone und dieses auch permanent dabei, auch in der Schule. Aber auch die Einstellung zum Gerät selbst hat sich verändert denke ich. Mir scheint es oftmals so, als sei ein Smartphone ein permanenter Begleiter wie eine Hose oder eine Armbanduhr. So war es beispielsweise in meiner Kindheit extrem unhöflich, ein Handy auf dem Tisch liegen zu haben, oder während eines persönlichen Gesprächs ein Telefonat anzunehmen. Gefühlt hat sich das zur heutigen Zeit hin deutlich geändert.

Ich merke auch an mir selbst, wie sich mein eigenes Nutzungsverhalten ändert. Mal abgesehen davon, dass man sich durch Chats und Messenger ein furchtbares Deutsch angewöhnt, neigt man dazu, immer weniger persönlich zu reden. Während man früher fast nur telefonierte und ab und an mal eine SMS schrieb, benutze ich selbst und mein Umfeld heute fast nur noch Messenger. Hier ist sicherlich ein Punkt der in der Schule in der Zukunft an Wichtigkeit gewinnen wird. Gespräche zu führen ist auch eine Fähigkeit die erlernt und geübt werden muss.
So stelle ich heute auch oft fest, dass 5 Min. des persönlichen Gesprächs oft wertvoller sind als 15 Min. gechattet. So muss man sich vielleicht die Frage stellen, wie sich Medien und Kommunikationswege ergänzen können und sich nicht Gegenseitig verdrängen.

Quellen:

Autor: René Weber (2014) im Rahmen des Seminars „E-Learning-Projekt“ (Informationspädagogik) an der Technischen Universität Darmstadt.

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3 Kommentare

  1. Fnaggenagt · · Antwort

    Hallo René, mir fällt bei deinem, sowie auch derer deiner Mitstudenten, geschrieben Beitrag auf, dass von „meiner Schulzeit“ geschrieben wird. Ich frage mich WANN war diese Schulzeit? Ein Anhaltspunkt könnte sein, dass du mit 14 Jahren einen P2 bekommen hast. Ist mir jedoch gerade zu mühsig zu recherchieren wann er auf den Markt kam. Von welcher Diskette sprichst du?
    Hier findest du innerhalb eines Wikipedia-Artikels eine Übersicht von Disketten inkl. des Erscheinungsjahres:
    http://www.de.wikipedia.org/wiki/Diskette#Tabellen.C3.BCbersicht_der_Diskettenformate
    Was mich interessieren würde wäre die Quelle für die Aussagen „Rund 15 Jahre später arbeitet selbst in einer Uhr ein stärkerer Prozessor.“ Hier wäre ebenfalls eine Jahresangabe interessant gewesen. Generell fehlen mir für viele Behauptungen die entsprechenden Quellenangaben.
    Deine letzer Absatz ist interessant. Dieser bietet die Grundlage für viele neue Themen, aber auch um sein eigenes Verhalten zu reflektieren und ändern zu können 😉

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  2. Die Einordnung in eine zeitliche Rahmung ist sicherlich hilfreich, um die beschriebenen Erfahrungen besser einschätzen zu können (z.B Schulzeit ab Mitte der 2000er Jahre).

    Mehr Quellenangaben (oder verweisende Links) finde ich prinzipiell ja gut. Man sollte jedoch unterscheiden, ob hier die eigene Beobachtung im Vordergrund steht, somit das Geschilderte eher der eigenen Lebenswelt entspricht und eine subjektive Erzählung darstellt, in der es manchmal zu Ungenauigkeiten oder Floskelhaften kommen kann und darf. Oder ob es hier tatsächlich um die Schilderung eines Phänomens geht, zu dessen Validität besser Quellen herangezogen werden sollten.

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  3. Hallo Fanggenagt,
    vielen Dank für dein Kommentar. 🙂

    Ich erläutere gerne einige Punkte. Ich bin Baujahr 1989, also war meine Schulzeit von ca. 1995 bis 2008. Ich denke, dass man sich den Rest erschließen kann.

    Bei der Frage nach den Disketten musste ich zunächst einmal selbst grübeln. Es dürften sowohl die letzten Ausläufer der 5,25 Zoll Diskette, als auch die 3,5 Zoll gewesen sein. Aber zu 90% war es sicherlich die 3,5 Zoll Diskette.

    Wie Tinowa richtig erkannte, sollte meine Darstellung des Prozessors bewusst etwas überspitzt ausfallen. Aber ich belege auch sehr gerne meine Aussage.
    Die Galaxy Gar vom Samsung besitzt einen 800Mhz Einkerner. Somit ist es eine Uhr, welche einen deutlich stärkeren CPU besitzt wie damals ein PC mit einem Pentium 2 Prozessor.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Samsung_Galaxy_Gear

    Ich hoffe ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. 😉

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