Rücken soziale Kontakte durch neue Medien in den Hintergrund?

Unterhält  man sich heute mit Jugendlichen, muss man feststellen, dass sich die Sprache gewandelt hat. Zur Verabschiedung hört man des Öfteren „Wir sehen uns, ich bin dann on(line)!„. Hat sich durch die neuen Medien, vor allem durch die Nutzung des Internets, die Denkweise und die Mentalität  der Menschen geändert? Rücken soziale Kontakte dadurch in den Hintergrund?
Um zu erklären, warum sich mir diese Frage stellt, möchte ich einen kurzen Rückblick in meine Kindheit wagen:
Medien die uns damals zur Verfügung standen, waren ein Radio, ein Plattenspieler sowie ein Fernseher (mit sage und schreibe vier Sendern!).  Mit der Zeit kamen weitere technische Geräte, wie ein Computer, in unseren Haushalt hinzu. Die Anzahl der Fernsehsender erhöte sich und erste Spielkonsolen kamen auf den Markt, welche sich Freunde zulegten. Das Internet in den ländlichen Regionen war noch nicht soweit fortgeschritten, dass dieses zum Spielen und Kommunizieren nutzbar war. So  war man gezwungen, sich mit seinen Freunden im realen Leben zu treffen. Soziale Kontakte waren (und sind) sehr wichtig! Um Spaß zu haben, stand das Miteinander im Vordergrund. Dafür kamen sowohl Aktivitäten die im Freien stattfanden, als auch die damals „neuen Medien“, wie die Spielkonsolen vor dem heimischen Empfangsgerät in Frage. Auch der Fernseher  generierte ein Bereich des sozialen Miteinanders, da man sich gemeinsam vor einem Fernseher traf, um sich an den bewegten Bildern zu erfreuen. In der späteren Schullaufbahn wurden neue Medien immer wichtiger. Es enstand die Möglichkeit, dass Internet in jedem Unterrichtsraum zu nutzen. Beamer standen zur Verfügung und den Schülern konnten Laptops bereitgestellt werden, sodass in der Schule mit Lernsoftware gearbeitet werden konnte. Den PC als Arbeitsgerät nutzen zu können, um Präsentationen zu gestalten und Recherchen vorzunehmen, gehörte zur schulischen Bildung dazu.
 
Wie sieht dies heute im Jahr 2014 aus?  
 
medienbeschaeftigung-freizeit-2013-jugend
Wie dieser Grafik aus der Jim Studie 2013 zu entnehmen ist, gilt es heute als vollkommen normal, das Internet sowie Handys und Fernseher im Alltag zu nutzen. Man könnte auch sagen: „Internet ist der Alltag. Hier stellt  sich die Frage: „Wie sollen Schulen darauf reagieren?“. Müssen Schulen nun mehr die neuen Medien nutzen? Schließlich hat Schule den Auftrag, ihre Schülerinnen und Schüler auf das spätere Leben vorzubereiten. In der heutigen Welt scheinen zumindest in Deutschland die „neuen Medien“ vollkommen zur Bildung zu gehören. Aber was ist dann mit den „alten Werten“ wie soziales Miteinander, Teamwork etc.? Bleiben diese Werte erhalten? Werden sie durch die neuen Medien verstärkt oder wirken die neuen Medien eher kontraproduktiv?
 
Internet vs. soziales Miteinander
Diese Grafik über die Spielsituation aus der Jim Studie 2013 zeigt, wie sich die Freizeitgestaltung, am Beispiel des Spielens, durch „neue Medien“  momentan darstellt. Es ist zu erkennen, dass die Freizeit eher alleine verbracht wird, als dass man sich mit Freunden trifft, um mit ihnen gemeinsam etwas zu unternehmen. Um dies direkt mit meinen eigenen Erfahrung, welche ich oben geschildert habe, zu vergleichen, könnte man sagen, dass man zur heutigen Zeit eher alleine spielt und sich online mit „virtuellen Freunden“ connected, statt sich mit „realen Freunden“ zu  treffen.
 
Als angehender Lehrer bin ich nun etwas in der Zwickmühle. Ich verfüge über die Medienkompetenz „neue Medien“ zu nutzen und in der Schule  einzusetzen, bin mir jedoch nicht im Klaren in wie weit dies, aus oben aufgezeigten Gründen, auch wirklich förderlich ist.
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