Mein Umgang mit den Neuen Medien gestern und heute. Eine Kurzbetrachtung.

cropped-cropped-10297334206_ee187797ae_k.jpgPersönliches Medienverhalten
Als Kind und Jugendlicher habe ich Neue Medien im Wesentlichen sehr selten genutzt. Computer- bzw. Konsolenspiele haben mich ehrlich gesagt lange Zeit nicht wirklich interessiert. Ich war als Kind gern „draußen“ zum Herumtoben mit meinen Freunden und absolut kein leiser, introvertierter Stubenhocker. In diesem Zusammenhang habe ich mich also eigentlich nur bei Klassenkameraden bzw. Gleichaltrigen, welche einen PC oder eine Konsole besaßen, mit dieser Art von Freizeitbeschäftigung befasst. Obwohl wir uns ab der Mittelstufe gelegentlich in der Schule mit dem Thema EDV beschäftigten, waren Computer bis zum Abitur eigentlich nie wirklich ein regelmäßiger Bestandteil des Unterrichts, sodass ich mir auch erst mit dem Beginn meines Studiums einen eigenen PC anschaffte. Zunächst in erster Linie für die Textverarbeitung, eher weniger oder gar nicht zum „Zocken“, für die Bildbearbeitung oder um selbst Programme zu konzipieren. An heute selbstverständliche Mittel wie Beamer oder gar elektronische, interaktive Whiteboards war Ende der 1990er Jahre, als ich die Oberstufe besuchte, noch überhaupt nicht zu denken. Der überwiegende Teil der LuL nutzte in aller Regel die klassische Tafel für die Wissensvermittlung, nach Bedarf wurden Fotokopien an die SuS verteilt. Dennoch wurden auch damals schon Neue Medien nach Möglichkeit bzw. Bedarf genutzt, so etwa der Overhead-Projektor oder der Videorekorder (in beiden Ausführungen: VHS und Video 2000). Mobiles Telefonieren wurde auch erst nach meinem Abitur wirklich interessant, vorher waren, natürlich vor allem aus Kostengründen, nur wenige junge Menschen mit einem Handy ausgestattet. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass ich als Schüler vergleichsweise wenig mit Neuen Medien in Kontakt gekommen bin. Gegenwärtig merke ich daher immer öfter, dass es eigentlich nie zu früh sein kann, sich mit Neuen Medien zu beschäftigen. Gerade dann, wenn ich sehe, wie souverän und selbstverständlich Kinder und Jugendliche mit den Errungenschaften unseres sog. Digitalen Zeitalters umgehen, während man selbst nicht selten eine gewisse Zeit (und Motivation) benötigt, um sich effektiv und vor allem angemessen mit diesen Neuerungen zu beschäftigen.
Mediennutzung der Jugendlichen heute
Das Gros der Kinder und Jugendlichen (mehr als 90% laut JIM-Studie) verfügt heute über ein Mobiltelefon und hat die Möglichkeit, via Smartphone und/oder PC/Notebook/Tablet daheim, ins Internet zu gehen. Weiterhin sehr stark unter SuS verbreitet sind Spielkonsolen und, sofern man das Smartphone nicht dazu nutzt, MP3-Player zum Musik hören. Die allgegenwärtige Präsenz des WWW hat zweifelsohne eine Menge Vorteile und erleichert viele Dinge des alltäglichen Lebens. Dennoch sollte m.E. schon sehr früh damit begonnen werden, die SuS für die überall lauernden Gefahren des Internets zu sensibilisieren. Damit sind nicht nur Bereiche wie Internetkriminalität, Suchtpotential bei der Nutzung, Zugang zu Gewalt- und Sexvideos etc. gemeint. Vielmehr auch Probleme, die ein junger Mensch als User selbst schafft, bspw. etwa das Cyber-Mobbing oder der Gruppenzwang, ständig die neuesten und teuersten Geräte zu besitzen. Ein eigenverantwortlicher Umgang mit dem Internet muss vielfach eingeübt werden. Aus diesem Grund sind Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen, welche einen Bildungsaufrag haben, angehalten, SuS hierbei zu unterweisen und zu unterstützen. Neben den LuL sollten aber gleichzeitig auch die Eltern miteinbezogen werden.  
Persönlicher medialer Habitus
Ich würde mich selbst am ehesten als „beschützenden Aufklärer“ ansehen. Wie oben bereits angemerkt, ist es nach meinem Dafürhalten von elementarer Bedeutung, Medien stets kritisch zu hinterfragen und junge Menschen gerade dafür auch zu sensibilisieren und zur Eigenverantwortlichkeit zu erziehen. Bei allen positiven Aspekten, die Neue Medien oder Medien generell mit sich bringen, darf man als Konsument nicht alles unreflektiert hinnehmen und sollte sich der Macht der Medien (und damit auch ihrer manipulativen Stärke) stets bewusst sein. Nur weil ein Produkt bzw. Medium neu oder innovativ ist, muss es noch lange nicht sinnvoll und positiv sein. Es mag konservativ klingen, aber die Beschäftigung mit dem guten alten Medium „Buch“ wird manchmal zielführender sein, als nach Informationen „auf die Schnelle“ zu googlen.  
Quellen
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (MPFS) (Hrsg.): JIM Studie 2013. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-jähriger. Stuttgart 2013.
Moser, Heinz: Medienbildung an der PH Zürich. Zürich 2014.
http://www.medienwelten-podcast.de/wp-content/uploads/2014/02/VortragsfolienHeinzMoser.pdf
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ein Kommentar

  1. Ich finde deine Einstellung zu dem Thema aus deiner hier erklärenden Sicht total nachvollziehbar. Ich will nicht sagen, dass du aus einer anderen Generation kommst, aber wenn das Internet selbst erst acht Jahre alt war, als du die Oberstufe besucht hast, kann man das – und das tust du ja auch nicht – mit der heutigen Generation, in der man schon als Baby mit dem Iphone geknipst wird und so das „Licht der Welt“ erblickt, nicht vergleichen.
    Deshalb ist es auch nicht verwerflich, dass du digitale Medien nicht als selbstverständlich wahrnimmst, denn du bist damit nicht aufgewachsen und kennst es noch anders. Diese Reflexion, die man von Jugendlichen verlangt, ist nicht ohne. Deshalb stimme ich dir zu, dass gerade in den jüngeren Jahren verantwortungsvoll mit diesem Thema umzugehen ist. Hier stehen vor allem Kindergärten und Grundschulen in der Pflicht, und daher muss auf eine hohe Qualität in der Ausbildung dieser Lehrkräfte geachtet werden! Die Grundlage muss geschaffen werden, digitale Medien als Vorteil zu erachten. Dabei – und auch hier sind wir gleicher Meinung – dürfen die Gefahren nicht vergessen werden. Allerdings würde ich diesem Thema nicht zu viel Nahrung geben, sondern eher die positiven Merkmale bei der Medienbildung der Jugendlichen herausstellen. Denn mit dem richtigen Handwerkszeug macht es durchaus doch mehr Sinn auf die Schnelle was zu googlen, weil dann die richtigen Ergebnisse angezeigt werden.

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