Was soll das? Einsatz Neuer Medien im Unterricht

Eigene Erfahrungen mit Medien in der Schule:
Wie kann ich überhaupt über meine Erfahrungen mit den Neuen Medien in der Schule sprechen, wenn ich beispielsweise erst mit neunzehn Jahren das erste Mal zu Hause fernsehen konnte. Mein Vater hatte erst zu diesem Zeitpunkt einen Fernseher angeschafft. Es klingt unvorstellbar, aber es ist die Wahrheit. Die neuen Medien oder überhaupt Medien kannte ich in meiner Schulzeit überhaupt nicht. Ich rede über meine Schulzeit, die ich in Marokko von 1980 bis 1993 nur mit Stift und Heft und ausschließlich unter Behavioristischen Lerntheorie und verbalen Ausdrücken der Lehrer erlebt habe. In unserer Schule gab es noch nicht einmal Pcs geschweige denn irgendwelche anderen neuen Medien. Nach meinem Abitur in Marokko habe ich mich für ein Informatikstudium in Deutschland entschieden, obwohl ich noch nie einen PC gesehen hatte. Der Computer war für mich der Bildschirm also der Monitor, den ich in der Fernsehwerbung gesehen hatte. Im Jahr 2000, ich war damals 25 Jahre alt, bin ich zum ersten mal im Informatiklabor mit einem PC in Berührung gekommen. Seit diesem Zeitpunkt habe ich mich immer weiter eingearbeitet und verbessert.
 Unbenannt
Jugendliches Medienhandeln heute:
Liest man die JIM-Studie 2013 und vergleicht sie mit den vergangenen JIM-Studien, stellt man fest, dass Smartphones und Tablettes bei Jugendlichen zwischen 12 Jahren und 19 Jahren immer beliebter werden. Solche Geräte werden überwiegend zur Unterhaltung verwendet. Alle andere Medien (Laptop, Notbook, Fernseher, Kamera, Bücher…) haben einen leichten Rückgang erfahren. Laut der JIM-Studie 2013 eine Zeitschrift oder Zeitung am häufigsten von Gymnasiasten abonniert. Hauptschüler hingegen lesen ziemlich selten Bücher.
Medialer Habitus:
Ich hätte es eigentlich sehr schön gefunden, wenn es keine Neuen Medien gegeben hätte und nehme eher eine beschützende Funktion ein. Die Daten der JIM-Studie zeigen wie medienaffin Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren sind. Meiner Meinung nach ist es wirklich wichtig, dass Schule und Eltern eng zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass Jugendliche Neue Medien wirklich sinnvoll einsetzen. Wie das funktionieren kann ist mir allerdings noch nicht ganz klar.
Im Unterricht benutze ich momentan Neue Medien, aber nur äußerst gezielt. Meiner Meinung nach kann sich der Einsatz neuer Medien durchaus auch nachteilig auf die Schüler/innen auswirken. Unterforderung oder Faulheit können durch Neue Medien gefördert werden.
 
 Quellen:
Moser, Heinz (2014): Medienbildung an der PH Zürich
 – Ergebnisse einer Evaluationsstudie

  
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (MPFS) (Hrsg.) (2013): JIM Studie 2013, Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-jähriger, Stuttgart.

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4 Kommentare

  1. Hallo saidarbib,

    du schreibst im Abschnitt „Medialer Habitus“:“Ich hätte es eigentlich sehr schön gefunden, wenn es keine Neuen Medien gegeben hätte und nehme eher eine beschützende Funktion ein.“

    Kannst du dies vielleicht etwas erläutern? Lehnst du neue Medien generell ab oder nur in einem bestimmten Kontext? Denn du schreibst ebenfalls, dass du auch neue Medien im Unterricht verwendest.

    Beste Grüße

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    1. Hallo bormaschine,
      generell lehne ich neue Medien ab. Für mich wäre am schönsten, wenn ich in einem Zeitalter leben dürfte, wo es keine neue Medien gibt. Irgendwie habe ich gute Erinnerungen an mein Leben ohne diese ganzen Handygeräte, Smartphones, Tabletts usw. . Ich hatte damals viel Ruhe, als solche Geräte nicht da waren.
      Da die Firmen überwiegend wirtschaftlich denken und fast um nur das Geld geht, sind heutzutage solche neue Medien jedem sehr stark verfügbar, sodass sie unser Alltagsleben bestimmen und wir, Menschen von denen abhängig sind, daher
      fühle ich mich gezwungen, diese neuen Medien zu akzeptieren. Das ganze bedeutet:

      Möglichkeit1: Wenn ich die Wähle hätte, würde ich neue Medien vernichten.
      Möglichkeit2 Neue Medien sinnvoll nutzen und andere Nutzer auf ihr Gefahr sensibilisieren.

      da die Möglichkeit1 schwer, fast unmöglich zu realisieren ist, bleibt mir nur noch die Möglichkeit2, daher versuche ich aus diesen vorhandenen neuen Medien das beste zu machen, indem ich sie beispielsweise im Unterricht einsetze.

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  2. Ich finde deinen Gedanken sehr interessant. Anstatt das du die neuen Medien generell ablehnst, ziehst du aus diesen deine Möglichkeiten, wie du sie verwenden kannst. Als angehender Lehrer finde ich es umso schöner, wenn du dir die Aufgabe zugeschrieben hast, deine Schülerinnen und Schüler zum einen über die Gefahren aufzuklären und sie zu sensibilisieren und zum anderen, dass du diese Errungenschaften in deinem Unterricht einsetzt oder einsetzen willst. Es ist schön zu sehen, wie du damit umgehst.

    Umso erschreckender finde ich es, dass viele Lehrkräfte die neuen Medien komplett ablehnen, anstatt sich auf diese einzulassen. Klar, der klassische Unterricht mit Tafel sollte nicht ganz wegbleiben und ist für viele einfacher, vor allem dann wenn man den Unterricht jahrelang so durchgeführt hat. Aber befinden wir uns nicht alle in einem Prozess des lebenslangen Lernen? Gerade wir als zukünftige Lehrer sollten doch über „alles“ bescheid wissen und uns auf Augenhöhe mit unseren Schülern befinden. Wenn die Lebenswelt unserer Schüler die Medien bzw. neue Medien sind, sollten wir auch diese Werkzeuge nutzen, um unsere Schüler dort abzuholen wo sie sich befinden und diese neuen Medien in den Unterrichtsalltag integrieren.

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  3. Hallo saidarbib,

    ich bezeichne mich selbst als den Gegenpol zu dir. In meiner Schulzeit (von 1999-2012) wurde ich von den neuen Medien durchweg begleitet. Bereits in der Grundschule standen in unserem Klassenraum zwei PC’s, die wir morgens vor Beginn des Unterrichts benutzen durften. Allerdings war damals das Internet noch nicht so weit entwickelt und verbreitet wie heutzutage. In der Mittel- und Oberstufe wurden White- und Active-Boards eingeführt und dafür die Tafeln abgeschafft. Am Anfang war das für sowohl Lehrer als auch uns SuS eine große Umstellung. Mit der Zeit hat sich das allerdings gewandelt. Umso besser sich die Lehrer und wir uns damit auskannten, desto hilfreicher waren sie. Nicht nur, dass wir alles was wir nicht verstanden hatten einfach zwei Tage später noch einmal öffnen konnten, ohne das wir alles noch einmal anschreiben mussten, sondern auch online Fragen wurden möglich. Das bedeutet, dass wir im Unterricht viel mehr Zeit hatten, die uns vorher durch eine normale Tafel weggefallen ist. Außerdem konnte man dem Lehrer auch am Wochenende einfach eine E-Mail schreiben: „Hallo ich kann die Hausaufgaben nicht machen, weil ich Aufgabe 2 auf Seite 35 nicht verstehe. Ich habe so angefangen und komme nicht weiter. Können Sie mir helfen“ – dabei habe ich dann meinen Anfang an den Lehrer geschickt. In der nächsten Unterrichtsstunde hat der Lehrer meine Mail geöffnet und gefragt ob noch weitere Klassenkameraden Probleme damit hätten. Auch hier konnte ich zeigen, dass ich etwas nicht verstanden, es aber versucht habe zu lösen.

    Zu dem Thema, dass der Gebrauch von Smartphones der Freizeit dient, kann ich der Jim-Studie nur zustimmen. Dabei denke ich allerdings, dass die SuS sich überhaupt nicht bewusst sind, wie und wofür man Smartphones einsetzen kann. Wir (meine Gruppe und ich) haben in der Uni jetzt ein Seminar (E-Learning) besucht, das sich ganz gezielt mit dem Thema Medien in Schulen auseinandersetzt. Sie können sich gerne unsere Blogeinträge anschauen, es gibt sehr viel Material zu Podcasts, eine Quizduell und vielem mehr. Vielleicht hilft Ihnen das auch für Ihren Unterricht oder Ihren Umgang mit Medien.

    Die Nutzung des Internets sollte man nicht unterschätzen und ich finde es sehr gut, dass Sie Ihre SuS darüber aufklären wollen. Ich finde die Art Ihrer Umsetzung super. Gerade die Ambivalenz, die sich durch Ihren Beitrag erkennen lässt, zeigt, dass Sie sich sorgen und zugleich neues ausprobieren wollen.

    Versuchen Sie Neues und wenn es nicht klappt, war’s vielleicht trotzdem ein Versuch wert.
    In diesem Sinne, freundliche Grüße
    – lockeblondie

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