Die Trennung „E“ vom „Learning“

Ich habe das Kapitel E-Learning – Lehren und Lernen mit Neuen Medien in ´Studientexte für Erwachsenenbildung` von Czerwionka und de Witt gelesen (http://www.die-bonn.de/doks/2007-mediendidaktik-01.pdf S.94-114) und hierbei ist mir eine Fußnote besonders aufgefallen, über welche ich nun diesen Beitrag verfassen möchte.

Eine andere Tendenz geht dahin, das „E“ vom „Learning“ abzulösen, da es immer selbstverständlicher wird, mit den Neuen Medien zu lernen und der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zunehmend keine Besonderheit mehr darstellt. Der Computer entwickelt sich vom einfachen technischen Hilfsmittel zum selbstverständlichen Bestandteil des Lernprozesses. (S.96)

Ich bin der Meinung, dass diese These teilweise der Wahrheit entspricht. Ich könnte mir mein Lehramt-Studium nicht ohne PC und ohne Internet vorstellen. Das „E“ ist somit für mich persönlich (teilweise) zur Selbstverständlichkeit geworden. Dennoch bin ich der Ansicht, dass man das Zusammengesetzte Wort „E-Learning“ nicht wegen dieser Tatsache trennen sollte. Es gibt genügend Möglichkeiten, welche neue Reize schaffen und das „E“ wieder zu etwas außergewöhnlichem werden lassen. Zudem sollte man bedenken, dass „Neue Medien“, welche heute „neu“ sind, morgen schon veraltet sind oder sein können. Außerdem sind nicht jedem Benutzer alle gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien bekannt. Demnach können diese keine Selbstverständlichkeit darstellen und sind als etwas Besonderes zu erachten.

Wenn ich an den Schulalltag, welchen ich während eines Praktikums in der Sekundarstufe 1 an einer Gesamtschule erlebt habe, denke, wird mir bewusst, dass „E-Learning“ nicht sonderlich häufig- um nicht gleich zu sagen gar nicht- praktiziert wird. Ich habe mir fest vorgenommen meinen Unterricht später als „Hybrides Lernen“ aufzubauen. Ich denke, dass eine Kombination aus klassischem Unterricht und E-Learning den SuS neue Reize gibt, Spaß macht und eben nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen ist.

-nebelfuerst

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2 Kommentare

  1. Liebe/r Nebelfürst/in,
    der Beitrag über die Trennung des „E“ vom „Learning“ ist durchaus interessant und regt zum weiteren Nachdenken an. Im Gegensatz zu Ihrem Beitrag ist das „E“ für mich nicht selbstverständlich geworden. Es gibt durchaus noch viele Menschen, die mit Büchern, Zetteln und Papier lernen, sodass hierbei das „E“ wegfällt. Ich würde eher sagen, dass eine Digitalisierung im Zusammenhang mit der Globalisierung stattfindet. Das bedeutet, dass im Laufe der Zeit auch immer mehr Bücher online gestellt werden und zu sogenannten „E-books“ werden. Hierbei erkennt man erneut das „E“. Dieses steht hierbei jedoch im Zusammenhang mit den Büchern. Wie würde denn dann das Lernen ohne das „E“ aussehen? Hieße es dann „Retro-Book“ – oder „Past-Learning“? Fällt die Vergangenheit komplett weg, nur weil wir in der Gegenwart das „E“ benutzen? Denken Sie nicht, dass statt des „E`s“ ein anderer Buchstabe oder ein Kürzel folgen wird? Ich denke schon…

    Auch die Erfahrung durch das Unterrichten zeigt mir, dass sowohl Schüler als auch Lehrer während des Unterrichts kaum digitale Medien nutzen. Auch die Hausaufgaben werden häufig nicht in digitaler Form erledigt oder sogar gar nicht erst so gestellt. Ihr Ausblick in die Zukunft, dass Sie ein „hybrides Lernen“ bevorzugen ist bestimmt effektiv, aber durchaus mit viel Arbeit verbunden. Sie müssen alles doppelt machen, handschriftlich und digital. Deshalb sehe ich hier ein großes Problem. Die doppelte Arbeit wird auf Sie und die Schüler/innen zurückfallen. Dabei werden diese nicht sonderlich begeistert sein…

    – lockeblondie

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  2. Hallo Nebelfürst,

    Ich finde den von dir verlinkten Artikel zum Thema E-Learning sehr gut gewählt, da er (obwohl er gar nicht so lang ist) viel Diskussionsbedarf beinhaltet.

    Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass wir noch in einer anderen Generation aufgewachsen sind (soll heißen: ohne Smartphones oder Tablets in der Kindheit und höchstens einem PC pro Haushalt mit 56k Modem-Internet), aber für mich ist das „E“ bei „E-Learning“ noch immer mit großer Bedeutung behaftet, eben weil es zu meiner Schulzeit noch nichts Selbstverständliches dargestellt hat. Auch an der Schule, an welcher ich unterrichte, sind PCs oder Lernen mit den neuen Medien überhaupt noch Mangelware. Vielleicht liegt das daran, dass ich aus einer eher ländlichen Gegend komme und dieses „neuartige Zeug“ hier einfach noch nicht so verbreitet ist. Meiner Meinung nach gibt es eine so stark technisierte Schule einfach noch nicht, als dass das E-Learning zu einer Selbstverständlichkeit im schulischen Lernen und Leben geworden ist.

    Ich finde es super, dass du deinen Unterricht später als Hybrid planen und durchführen möchtest – man sollte den Kindern schließlich auch noch beibringen, wie man sich auch ohne Internet oder schlimmstenfalls sogar ohne Strom Informationen und Wissen aneignen kann.
    Klar wird E-Learning immer selbstverständlicher, was aber nicht bedeutet, dass es das analoge Lernen in der Schule vollständig ablösen kann – zumindest nicht, solange es noch Lehrpersonal von der „alten Schule“ an den Lehranstalten gibt.

    Neblige Grüße,
    Die Nebelfürstin

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