Wer hat an der Uhr gedreht?….

Ich möchte mich einmal in ein relativ neues und aktuelles Themengebiet vorwagen.

Das Thema Smartwatch könnte zu einem der wichtigsten im neuen Jahr 2015 werden.
Es gibt zwar schon einige verfügbare Geräte auf dem Markt, jedoch erscheinen diese bisher eher als Nischenprodukt. Dies könnte die Apple Watch jedoch ändern und dem Smartwatch Segment einen erheblichen Schub verpassen. Dies vermuten zumindest auch Marktforscher. Somit erscheint es gar nicht mehr so abwegig, dass man bald mehr Leute mit einer Smartwatch am Handgelenk sieht.   ( http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Marktforscher-Bei-Wearables-wird-es-eine-Explosion-von-Experimenten-geben-2485772.html?wt_mc=rss.apple.beitrag.atom )

Nun stellt sich mir die Frage: Wie sollen wir als zukünftige Lehrer mit dieser Entwicklung umgehen? Denn wir diskutieren sehr oft über das Thema Smartphone und meiner Meinung nach führt dies auch zwangsläufig früher oder später zur Smartwatch.

Ich sehe zwei dominante Themenfelder die bei einer Diskussion vordrängen. Zum einen die Möglichkeiten einer sinnvollen Verwendung in einem Bildungskontext. Zum anderen wäre da aber auch eine eher negative Seite. Die Stichwörter sind hier Schummeln, Spicken und Mogeln.

Nun wie kann man so eine Uhr beispielsweise sinnvoll in einem schulischen Kontext einbinden? Ein immer wiederkehrendes Leitthema ist Gesundheit und Fitness. Als Zielgruppe werden zum Beispiel gezielt Sportler angesprochen. Somit erscheint der schulische Sportunterricht erst einmal naheliegend.
Wir haben ja eine Gruppe die sich mit einer Sportapp beschäftigt. Eventuell haben diese fixen Köpfe ja eine Idee wie man eine Smartwatch sinnvoll einbinden kann. Denn eines ist klar, eine Smartwatch, allen voran die Apple Watch, ist in erster Linie eine Erweiterung des Smartphones. Somit kann sie auch potenziell als eine Ergänzung oder Verbesserung einer Sportapp im Sportunterricht dienen. Ein Feedback wäre hier sehr schön.

Ich habe einige Menschen gefragt, ob ihnen eine sinnvolle Möglichkeit der Nutzung einfällt. Angedacht war etwas, dass in einem schulischen Kontext wirklich nur eine Smartwatch leisten könnte. Abseits vom Sportunterricht kam jedoch immer nur Mogeln oder Spicken als Antwort. Mir selbst fällt auch nach intensivem Überlegen nichts ein.

Somit stellt sich mir eine Frage, handelt es sich bei der Smartwatch eher um eine sehr nutzlose Technik? Jedenfalls im Bezug auf einen schulischen Kontext. Beziehungsweise geht davon eigentlich nur eine mögliche Quelle des Schummelns 2.0 aus? Als Beispiele habe ich mal zwei Artikel aus dem Netz ausgesucht, zu denen sich jeder einmal persönlich Gedanken machen kann.

http://www.golem.de/news/digitale-spickzettel-schummeln-mit-smartwatches-1312-103183.html
http://www.itopnews.de/2014/07/perfekt-in-schule-und-uni-betruegen-mit-smartwatch/

Autor: René Weber (2014) im Rahmen des Seminars “E-Learning-Projekt” (Informationspädagogik) an der Technischen Universität Darmstadt.

Advertisements

6 Kommentare

  1. Hallo René,

    dass sind interessante Gedanken die du hier aufführst.

    Ich bin einer der beteiligten Sportler, der sich mit dem Thema Sportapp auseinander gesetzt hat. Natürlich könnte man die Uhr dahingehend im Sportunterricht einsetzen, dass man Zeitfunktion der Uhr nutzt oder eventuell auch den Herzschlag damit misst.

    Da im Sport allerdings seit neuerem der kompetenzorientierte Sportunterricht in hessischen Schulen Einklang findet, glaube ich nicht dass die Uhr regelmäßig sinnvoll eingesetzt werden kann. Hierbei geht es vor allem um das Erziehen mit und durch Sport. Der Leistungsaspekt bzw. die Effektivität spielt inzwischen nicht mehr die übergeordnete Rolle.
    Ein weiterer Faktor ist hierbei der Sicherheitsaspekt. Teilnehmer am Sportunterricht müssen aus versicherungstechnischen Gründen den Schmuck den sie bei sich tragen ablegen. Dazu würde auch die Smart-Watch gehören.
    Zudem funktionieren momentan viele Funktionen nur (soweit ich weis) wenn die Uhr per Bluetooth mit einem weiteren Appelprodukt verbunden ist. Ähnlich wie es in einer Freisprechanlage im Auto der Fall ist. Hier wird die Musik etc. auch nicht in den Boardcomputer geladen sondern es muss immer ein Verbindung zum Hauptgerät hergestellt werden. Die Funktionen, die weiterhin auch ohne das Hauptgerät funktionieren, werden hauptsächliche diese sein, die eine digitale Uhr auch leisten kann. Dass bedeutet auch die Zeit stoppen in gewissen sportlichen Aktionen ist bereits mit Digitaluhren möglich. Trotzdem hat es sich in den Jahren nicht durchgesetzt diese im Sportunterricht einzusetzen, da einfache Stoppuhren kostengünstig für Schulen anschaffbar sind und allen Schülern und Schülerinnen gleichermaßen zur Verfügung gestellt werden können.

    Somit sehe ich die Smart-Watch auch in den kommenden Jahren nicht im Sportunterricht.
    Allgemein sehe ich den großen Durchbruch erst dann, wenn die Technik von Beamern kostengünstiger in diesen Gerätschaften mit verbaut werden können, sodass jederzeit eine schnelle Möglichkeit besteht verschiedene Inhalte zu projizieren und für viele Personen gleichzeitig einsichtbar zu machen.

    Gefällt 1 Person

  2. Ein sehr Interessanter Punkt, an dem ich so noch nicht gedacht hatte. Smartwatches sind zur Zeit wirklich am Kommen. Doch wie auch mein Vorredner sagt, sind sie bei weitem noch nicht in der Lage irgendeinen Vorteil im Unterricht zu bringen, jedenfalls noch nicht. Meiner Meinung nach haben solche Uhren einfach zu wenige Funktionen um einen Mehrwert gegenüber Smartphones und Tablets zu bieten.

    Im Alltag können solche Uhren Praktisch sein. Erstens dienen sie natürlich als Uhr ;). Daher müssen viele Personen die keine richtige Uhr besitzen nicht mehr ihr Smartphone aus der Tasche holen um zu sehen wie viel Uhr es ist. Sie können auf der Uhr sehen wenn sie angerufen werden, Nachrichten lesen und evtl schreiben usw.

    Den Puls kann man heutzutage auch mit Smartphones messen. Aber natürlich würde eine Uhr im Sportunterricht Komfortabler sein. Außer der Pulsmessung sehe ich keinen Nutzen für Smartwatches im Unterricht. Und auch das wäre nur bedingt Vorteilhaft, zumal die Pulsmessung noch nicht ausgereift ist darin.

    Je nachdem, wie sich diese Uhren weiterentwickeln ( Projektor, wie oben beschrieben), könnten sie mal Gewinnbringend für den Unterricht sein. So würde ich dir Teilweise zustimmen, dass es der perfekte „Spicker“ bzw Ablenker im Unterricht wäre, vlt. sogar noch mehr als es schon Smartphones sind.

    Gefällt mir

  3. …um hier auch ein bisschen weibliche Meinung in Bezug auf solche Technik mit einzubringen:

    Ich finde SmartWatches super. Ganz ehrlich. Das wohl auch der Grund, warum ich selbst glückliche Besitzerin einer solchen bin. Zwar nicht das High End-Modell von Apple, aber immerhin. Ich bin jetzt schon zwei Monaten auf diesem neuen Techniksektor aktiv und kennen mich nun größtenteils damit aus, bzw. kann machen, dass es auf mich hört 😉

    Über den Einsatz in der Schule habe ich mir ehrlich gesagt überhaupt noch keinen Kopf gemacht, einfach aus dem Grund, dass ich irgendwie nicht erwartet habe, dass die Schülerinnen und Schüler sich etwas aus dieser Art von Technik machen. Aufgrund dieses Beitrags haben sich mir nun aber auch die Perspektiven aus der Schülersicht eröffnet, zumindest was Spicken, Schummeln etc. angeht. Ich will hierbei aber zunächst nur von der Schüler- und nicht der Studentenperspektive ausgehen. Natürlich besteht meiner Meinung nach die Gefahr, dass Schüler eventuell mittels Apps in Klausuren oder ähnlichem unerlaubtes Verhakten an den Tag legen könnten. Aber ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass bald jeder Schüler einer Klasse über solch ein hochtechnisches Armband verfügen könnte, momentan noch als sehr gering ein.
    Was sich eher durchsetzen könnte, sind die Armbänder ohne riesige Displays, welche eher für den sportlich engagierten Schüler oder auch andere Personen jeder Altersgruppe konzipiert worden sind. Für den schulischen Einsatz sehe ich solche Armbänder zwar als geeignet, aber schwierig umsetzbar an – ich bin aber auch keine Sportlehrerin, d.h. es fehlt mir auch an der nötigen Erfahrung, was den Einsatz technischer Hilfsmittel im Sportunterricht angeht. An sich finde ich die Idee super, dass die Schülerinnen und Schüler ihre sportlichen Leistungen auch außerhalb der Schule dokumentieren und anschließend gemeinsam zusammentragen oder vergleichen können.

    Zusammenfassend kann ich also feststellen, dass ich grundsätzlich für SmartWatches bin, ich deren Einsatz in der Schule als Lehrmittel aber als nicht besonders wahrscheinlich einstufe – und die Wahrscheinlichkeit, dass sie als Spicker benutzt werden könnten, ebenso. Mein Lösungsvorschlag, bei auftretenden Schummeleien in der Schule wäre der gleiche, wie an der amerikanischen Universität – Klausur bedeutet, Uhren abgeben.

    Gruß,
    Die Nebelfürstin

    Gefällt mir

  4. Ich persönlich sehe derzeit auch keine Vorteile für den Unterricht, die explizit durch Smartwatches entstehen könnten. Natürlich lassen sich damit sinnvolle Dinge anstellen, mir kommt aber nichts in den Sinn, was nicht auch mit einem Smartphone oder Tablet möglich wäre. Im Gegenteil scheinen mir diese beiden Geräte überlegen zu sein, da das Display deutlich größer ist. Die Smartwatch mag praktisch sein, um News und Messages „just in time“ lesen zu können. Man muss sein Handy dazu nicht mehr aus der Tasche holen.
    Dabei stelle ich mir gerade die Frage, was denn noch alles „Smart“ werden soll?! Ich sehe keinen Mehrwert in einer Größenordnung, die den Anschaffungspreis rechtfertigen würde. Letztlich können die smarten Geräte doch alle das Gleiche und es bleibt nur noch die Frage, wo man es man schnellsten/größten/komfortabelsten ansehen kann. Vielleicht kann uns ja die Marketingabteilung von Apple sagen, warum wir unbedingt eine Smartwatch brauchen. Vielleicht, weil wir keine iWatch haben, wenn wir keine iWatch haben???
    Wegen des Spickens mit der Smartwatch habe ich auch Bedenken. Die intelligenten Geräte sind inzwischen alltäglich und es wird immer schwerer zu kontrollieren, ob etwa bei einer Klausur wirklich jeder alles ausgeschaltet oder abgegeben hat. Eine Alternative sehe ich darin, die Aufgaben umzustellen. Mit geeigneten Aufgaben, die z.B. mehr auf Problemlösefähigkeit abzielen, wären auch Smartwatches mehr oder weniger nutzlos. Die problemorientierten Aufgaben haben immer individuellen Charakter und fordern kreative Lösungsansätze. Es gibt keine festgelegten Wege oder gar Algorithmen. Auf diese Weise könnten die Schülerinnen und Schüler zum Selbstdenken angeregt werden und die smarten Devices dienen nur noch als Lieferant von beiläufigen Informationen.
    Wer sich näher für solche Aufgaben und Problemstellungen interessiert, sollte sich Veranstaltungen von Frau Regina Bruder am FB Mathematik der TU Darmstadt anschauen. Dort spielen offene Aufgaben und Probleme eine große Rolle. Ebenso mathematisches Modellieren, wo eine Smartwatch zur Lösung ebenfalls wenig beitragen kann.
    Ich denke es liegt nicht zuletzt auch an der Lehrperson, ob sich Spicken lohnt oder nicht. Wer immer wieder die gleichen Arbeiten schreibt und nur stumpfsinnige Verfahren abfragt, der ist in gewisser Weise selbst daran Schuld, wenn er von den Schülerinnen und Schülern ausgetrickst wird!

    Gefällt mir

  5. Petersilie · · Antwort

    Ich habe selber eine Smartwatch die ich auch im Unterricht benutze😅
    Wenn die Lehrer nichts merken.
    Yolo

    Gefällt mir

  6. Petersilie · · Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: