Verändert sich der Lehrerberuf durch digitale Medien – in Grundschulen

Zur Untersuchung der Förderung, Nutzung von Medienkompetenzen an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen, lies die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) im Jahr 2013 verschiedene Umfragen durchführen. Dazu wurden ebenfalls die vorherrschenden Rahmenbedingungen überprüft. Ausgeführt wurde die Untersuchung vom Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH, der Gutenburg Universität in Mainz.

Zur Erhebung der Daten wurden  Lehrerbefragungen durchgeführt. Die Stichprobenanzahl betrug dabei 973 Personen. Zudem wurden vier Interviews mit Schulträgern geführt und verschiedene Dokumente (z.B. Lehrpläne, Prüfungsordnungen) zur Analyse herangezogen. Weiterhin standen der Auswertung fünf Schulfallstudien, basierend auf Unterrichtsbeobachtungen zur Verfügung.

Die Autoren Aufenanger, Averbeck, Breiter, Wedjelek. und Welling schließen aus diese Daten, dass sich das Schulsystem der Grundschulen in einem kontinuierlichen Wandel befindet. Hierbei käme auch der Mediatisierung eine wichtige Rolle zu. Trotz alledem sei die Grundschule ein „Lern- und Arbeitsort mit verhältnismäßig stabilen Strukturen“. Diese Aussage wir damit bekräftigt, dass die Grundfertigkeiten – Lesen, Schreiben, Rechnen – weiterhin in den Ausbildungsordnungen der Grundschulen, als primäres Ziel angegeben sind. Die Untersuchung zeigt jedoch verschiedene Veränderungsprozesse, die auf digitale Mediennutzung zurückzuführen ist, macht aber auch deutlich, dass das Buch sowie traditionelle Medien (Tafel, Plakat, Aufgabenblätter) die Leitmedien darstellen. Wenn digitale Medien genutzt werden, dann werden sie einbezogen in bereits bestehende Handlungspraxen. Sie werden eingesetzt um grundlegende Bedienkompetenzen zu schulen und ein inhaltliche Bereicherungen des Lehr- und Lernformen darzustellen.

Ein Vergleich mit einer Studie zur Untersuchung der Mediennutzung an Grundschulen aus dem Jahr 2000 im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen zeigt jedoch, dass die Nutzung von Computern im Unterricht stark zugenommen hat.

Jahr Keine Computernutzung Keine Internetnutzung
2000 70% 98%
2013 8% 26%

Hierbei werden digitale Medien statt herkömmlicher Medien zur Erstellung bzw. Präsentation genutzt. Aktuelle Themengebiete wie zum Beispiel Datenschutz und Persönlichkeitsrecht bildet kein Gegenstand des Unterrichts.

Somit komme ich zu dem Fazit, dass beim Erlernen der drei Grundfertigkeiten weiterhin auf analoge Medien zurückgegriffen wird. Die Aneignung eines vielfältigen Medienrepertoires spielt eine untergeordnete Rolle. Digitale Medien werden in freien Arbeitsabläufen der Schüler_innen eingesetzt. Das Handlungsmuster der Lehrkraft verändert sich dahingehend nicht. Digitale Medien nehmen lediglich den Platz „veralteter Medien“ (Overheadfolie) ein. Dadurch wäre auch die Zunahme der Nutzung digitaler Medien in Grundschulen zu erklären. Somit kommt es zu keiner Veränderung der pädagogischen Praxis der Lehrkraft. Hierzu müsste eine weitere Untersuchung durchgeführt werden, in welcher überprüft wird inwieweit sich die Häufigkeit des Einsatzes aller Medien in der Grundschule verändert.

Somit formt sich ein Bild, dass digitale Medien in Grundschulen vor allem ein Mittel zum Zweck darstellen und nicht das Ziel verfolgt wird den Schülerinnen und Schülern Digitale Medien näher zu bringen. Daraus schließe ich, dass der Lehrerberuf in Grundschulen durch digitale Medien keinem Wandel in pädagogischer Hinsicht unterliegt.

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