Auf die Plätze, fertig, Schuss …

Ego-Shooter, Ballerspiele oder doch am besten „Killerspiele“ ??? Ein Thema was immer wieder in den Medien aufkommt. Vor allem nach Schulmassakern oder ähnlichem, finden Ermittler oft sogenannte „Killerspiele“ auf den Rechnern. Immer wieder entsteht eine hitzige Debatte in der Politik, ob solche Spiele verboten werden sollen, noch stärker zensiert etc. Doch sind diese Spiele wirklich ein Auslöser für solche Tragödien, vlt. sogar der Auslöser? Oder spielten die Attentäter nur aufgrund ihrer Probleme diese Spiele, sodass also nicht das Spiel schuld an ihren Problemen/Aggressionen war, sondern andere (äußerliche) Faktoren? Nutzen sie es als Ventil?

Dann wäre natürlich die Frage, ob es nicht in bestimmten Fällen sogar positiv sein könnte, Ego-Shooter zu spielen.

Es gibt Studien, wie die des Fachmagazins Current Biology, die besagen, dass sogenannte „Killerspiele“ sogar die Konzentration und das Reaktionsvermögen erhöhen. Das Kurzzeitgedächtnis profitiert ebenfalls dadurch. Außerdem fördert es auch die flexible Denkweise. Es scheint also so, dass diese Computerspiele auch beim Erwerb von Kompetenzen helfen können.1

Andere Studien besagen allerdings, wie eine die in der Süddeutschen Zeitung präsentiert wurde, dass Ego-Shooter Agressiv machen. Sie verharmlosen Gewalt und stumpfen vor allem Jugendliche ab.

„Die Analyse von 136 Studien mit mehr als 130 000 Teilnehmern ergab, dass Gewaltspielkonsum tatsächlich mit einem verstärkt aggressiven Verhalten, Denken und Fühlen einherging,…“. 2

Doch ist es wirklich so? Müssten dann auch nicht Serien wie „Tom und Jerry“, die Gewaltszenen enthielten, ein FSK haben und ebenso aggressiv machen? Müssen wir eher selber die virtuelle Gewalt ausüben, damit dieses potential ensteht? Oder sind Spiele Szenen generell zu Realistisch geworden und nicht vergleichbar mit unseren Kinderserien und Spielen?

Es ist ein schwieriges Thema, was viele Argumente für und gegen Ego-Shooter bietet. Ich persönlich hatte in meiner Jugend ebenfalls solche Spiele gespielt und konnte keine negativen Folgen feststellen. Im Gegenteil, teilweise kann ich die positiven Argumente bestätigen ( Konzentration z.B). Man sollte differenzieren können, dass dies nur ein Spiel ist. Keine echten Menschen werden umgebracht und schmerzen zugefügt. Und das möchte man normalerweise auch nicht. Würde man schmerzen verspüren oder sterben in Ego-Shootern, würde man diese nicht spielen.

„Killerspiele“ gehören meiner Meinung nach inzwischen zu unserer „Onlinekultur“. Man müsste den Jugendlichen/ jungen Erwachsenen in der Schule klar machen, was genau diese Spiele bewirken können und sie sensibilisieren, sodass sie differenziert spielen. Denn trotz des FSK 18, spielen, auch nach eigener Erfahrung, viele Jugendliche Ego-Shooter. Es gibt auch einige Gewaltspiele, die auch schon ab 16 erhältlich sind. Die Frage ist, ob solch ein Thema in der Schule öfter thematisiert werden sollte? Ich denke ja, nicht im Negativen „Spielt diese Spiele nicht“, sondern differenziert und weiterführend. Vor allem Jungs spielen oft Ego-Shooter und wenn sie in der Schule nicht darüber reden, wo sonst?

Quellen:

1: http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2810%2900942-5 (Stand: 13.01.2015)

2: http://www.sueddeutsche.de/digital/aggressiv-durch-egoshooter-ich-mach-schaschlik-aus-dir-1.1493661  (Stand: 13.01.2015)

Autor: Vasilis Makridis (2014) im Rahmen des Seminars “E-Learning-Projekt” (Informationspädagogik) an der Technischen Universität Darmstadt.


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ein Kommentar

  1. athanatoss nennt einige Ergebnisse diverser Studien, nimmt zu den Ergebnissen selbst jedoch nur wenig Stellung. Es werden viele – zum Teil auch sehr kritische – Fragen gestellt; jedoch hätte mich eine persönliche Stellungnahme an dieser Stelle besonders interessiert.

    Meiner Meinung nach spielt es einen großen Unterschied, ob man passiv vor dem Fernseher sitzt und einen Film/eine Serie schaut oder ob man aktiv an dem Geschehen – in Form des Spielcharakters – teil nimmt. Letzteres sorgt wie ich finde für mehr innere Spannung.

    Ich finde athanatoss‘ persönliche Bestätigung zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit leider etwas knapp ausgeführt. Es fehlen mir einige Beispiele, die konkret auf die Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit hinweisen.

    In der Aussage „Man sollte differenzieren können, dass dies nur ein Spiel ist“ steckt für mich ein großes Problem. Es ist äußerst wichtig, dass diese Differenzierung tatsächlich bei jedem Spieler stattfindet – doch verallgemeinern lässt sich diese Aussage nicht!

    Im abschließenden Teil bin ich athanatoss Meinung. Auch ich finde, dass das Thema in der Schule besprochen werden sollte und eine Anprangerung unbedingt zu vermieden ist.

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