Einige Überlegungen zum Thema „Selbstdarstellung junger Menschen in den Neuen Medien“

„Das Internet vergisst nichts“ – Dieser oder ähnlich lautende Sätze sind immer wieder zu vernehmen, wenn über das Teilen von persönlichen Daten, Bildern und Meinungen im World Wide Web gesprochen wird. Die mediale Selbstdarstellung hat ihre Tücken. Und sie kann zweifellos Probleme mit sich bringen, im Extremfall sogar ganz erhebliche. Gerade junge Menschen sind im Umgang mit den Neuen Medien technisch zwar geübt, oft aber inhaltlich (noch) überfordert. Sei es aus Naivität, mangelnder Reife oder der  (altersbedingten) Unfähigkeit, Zusammenhänge kritisch zu reflektieren. Besonders in den Sozialen Netzwerken sind Kinder und Jugendliche aktiv und stellen sich natürlich über ihr Profil dar bzw. vor. Adressaten sollten im Wesentlichen die eigenen Freunde, Verwandten, Lehrer etc. sein.  Nicht selten werden aber die Sicherheitseinstellungen (bewusst oder unbewusst) nicht effektiv genutzt. Und so kann dann u.U. die gesamte Webcommunity an den privatesten Dingen junger Menschen teilhaben. Werden etwa „unvorteilhafte“  Fotos, beleidigende Aussagen oder fragwürdige Statements zu politischen Themen gepostet, kann es bei der Einstellung „öffentlich“ natürlich passieren, dass diese auch von Usern wahrgenommen werden, welche solche Dinge besser nicht sehen sollten.  Die Inhalte können daher schnell zu unerfreulichen Konsequenzen führen, z.B. wenn sich der Beleidigte wehrt bzw. die alkoholgeschwängerten Partybilder  potentielle Arbeitgeber direkt abschrecken. Oder sie führen umgekehrt dazu, dass man selbst Ziel von Beleidigungen oder (Cyber-) Mobbing wird. Besonders kritisch ist in diesem Kontext m.E. die vergleichsweise neue Plattform „You Now“  zu sehen. Hier geben Kinder und Jugendliche in einer Art Videochat vieles von sich relativ unreflektiert preis (was die Eltern meist gar nicht wissen). Im Extremfall kann dies dann zu Abhängigkeiten und/oder  Missbrauch führen, denn auch hier können sich Kriminelle leicht als Gleichaltrige ausgeben und potentielle Opfer täuschen. Es stellt sich daher die Frage, wie man junge Menschen effektiv über diese Problematik aufklären kann. Sinnvoll ist es bestimmt, schon sehr frühzeitig mit einer Sensibilisierung der SuS zu beginnen und ihnen beispielhaft zu verdeutlichen, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit den Neuen Medien ist. Hier sind neben den Eltern und der Verwandtschaft natürlich in erster Linie auch die Bildungseinrichtungen gefordert. So wäre etwa eine Art „Web-Führerschein“ denkbar, der gemeinsam in der Schule (evtl. auch in Kooperation mit den Eltern) gemacht wird. Die Gefahren im Internet sind vielfältig, daher müssen Kompetenzen erworben werden, um diesen entsprechend zu begegnen. Und dafür kann ein Schüler sicher nie zu jung sein.

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