Das digitale Klassenzimmer

Digitales KlassenzimmerLaut einem Beitrag von ZDF in der Sendung „ZDF-heutejournal“ von 12.03.2015 hat ein Gymnasium in Deutschland gute Fortschritte gemacht. Im Unterricht werden Tabletts und Smartphones eingesetzt. Der Videoausschnitt  ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst#/beitrag/video/2361098/Das-digitale-Klassenzimmer

 

Vorteile des Einsatzes der Tabletts und Smartphones im Unterricht:

Der Ansatz des situierten Lernens (vgl. Czerwionka, Thomas; Witt, Claudia de (2007) Mediendidaktik, Bielefeld, S. 62) lässt sich im Deutschunterricht mit dem Einsatz des Tabletts gut umsetzen. Die  Schüler schneiden, drehen und produzieren ihr eigens Video mit Tabletts. Sie erwerben damit kein träges Wissen, sondern das Handlungswissen, das die Schüler bei den anstehenden Problemen einsetzen können. Handlungskompetenz der Schüler wird gefördert.  Die Schüler lernen anhand einer Lernsituation, wie sie ihr eigenes Video produzieren, um auch später vielleicht als Filmproduzenten in eine reale Situation anwenden zu können.

Die Aussage einer Schülerin: „Die Schüler entwickeln viele Ideen, wenn sie freie Räume haben“ kann man pädagogisch so interpretieren, dass  es sich um Konstruktivismus geht. Der Unterricht ist denn schülerzentriert ausgelegt. An Anlehnung an Meixner und Müller ist ein konstruktivistischer organisierter Unterricht schülerzentriert  (vgl. Meixner und Müller, 2001, S. 18). Die Schüler haben freie Wahl; ihre Ideen stehen im Mittelpunkt. Die Pädagogen sind sich einig, Schüler zu motivieren sei die halbemiete eines guten Unterrichts, was auch eine Schülerin behauptete „ Die Schüler sind durch das Arbeiten mit Tabletts motiviert, weil der Unterricht vielfältig gestaltet ist“. Der Lehrer soll allerdings darauf achten, wie er den Unterricht – gestützt durch Tabletts oder Smartphones–  gestalten soll, um eben die Effekte wie Motivation und kognitive Aktivierung zu bewirken.

Vorteilhaft beim Einsatz der Tabletts gegenüber den herkömmlichen PCs ist, dass Tabletts flexibel einsetzbar sind. Man brauche keine Computerraumreservierung, PCs müssen ständig gewartet werden, Peripheriegeräte bei PCs sind nicht unbedingt immer vollständig vorhanden, behauptete ein Lehrer.

Ein weiterer Vorteil erweist sich dadurch, dass sich Jugendliche immer mehr mit den Geräten „Tabletts und Smartphones“  identifizieren. So lesen sie digitale Zeitungen und Zeitschriften besser als Zeitungen und Zeitschriften in Papierform.

Im Mathematikunterricht lässt sich die Erkenntnisgewinnung auf „enaktive Ebene“ (vgl. Eismodell nach Brunner)  eines Sachverhalts gut mit dem Einsatz von Smartphones realisieren. Man kann zum Beispiel bei dem Thema Potenzfunktionen in der 10. Klassen sehen, welche Rolle der Streckungsfaktor hat und wie sein Wert auf den Graphen der Funktion auswirkt.

Die Aussage am Ende des Videoausschnittes „Digital ist nicht besser, aber es kann das Lernen erleichtern“ kann ich so interpretieren, dass der Einsatz von Tabletts und Smartphones auch gewisse Nachteile aufweisen, auf einen von denen ich im  auffolgenden Abschnitt eingehen werde.

Nachteile des Einsatzes der Tabletts- und Smartphones im Unterricht:

Da im o.g. Videoausschnitt weder die Pädagogen noch die Schüler explizit auf die Nachteile des Einsatzes von Tabletts und Smartphones im Unterricht eingegangen sind, möchte ich einen Nachteil nennen, den ich persönlich dem Videoausschnitt entnehmen kann.

Im Mathematikunterricht zeichnen Schüler Dreiecke auf Tablettoberfläche nur mit Fingerspitze „Touchscreen“. Sie verlieren damit den Bezug zur Realität. Die psychomotorische Entwicklung wird nicht gefördert. Das Konstruieren eines Dreiecks mit einem Stift und Lineal finde ich persönlich viel näher an der Realität. Die Schüler werden viel kompetenter, zum Beispiel wenn es darum geht, Fließen oder Laminat zu verlegen.

Quellen:

http://www.die-bonn.de/doks/2007-mediendidaktik-01.pdf

Meixner, J./Müller, K. (Hrsg.) (2001): Konstruktivistische Schulpraxis-Beispiele für den Unterricht. Neuwied; Kniffel; Luchterhand: Luchterhand Verlag.

Bruner, J. S. , Oliver, R. S. & Greenfield, P. M. (1971). Studien zur kognitiven Entwicklung. Stuttgart: Kohlhammer.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/sendung-verpasst#/beitrag/video/2361098/Das-digitale-Klassenzimmer

Beitragsbildquelle: http://www.faz.net

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