GIBT ES GRENZEN FÜR DEN MEDIENEINSATZ IN DER SCHULE?

HandyverbotZwei Lehrer, René Scheppler und Markus Kiesewetter waren Gäste bei Tina Nowak in einem Podcast und haben von ihren Praxis-Erfahrungen mit dem Einsatz neuer Medien im Unterricht berichtet (siehe http://kulturkapital.org/kk011-e-learning-in-der-schule/ ) . Die Frage ob es Grenzen für den Einsatz neuer Medien im Unterricht gibt, lässt sich nach meiner Meinung nicht eindeutig beantworten.

Ich möchte hier auf das freie Benutzen von Smartphones durch Schüler während des Unterrichtes eingehen. Es handelt sich um eine typische Situation, die mittlerweile jeder Lehrer bekämpfen und erleben muss und zwar: Dürfen einzelne Schüler ihre Smartphones während des Unterrichtes benutzen oder nicht?

Um auf diese Frage zu antworten, betrachten wir die Anlässe und die Motive, wozu die Schüler die Smartphones benutzen könnten. In Anlehnung an den Meinungen von René Scheppler und Markus Kiesewetter sehe ich persönlich zwei Motive dazu:

  • Das positive Benutzen eines Smartphones:

Der Schüler ist so hoch konzentriert und motiviert, dass er sein Smartphone für das Nachschlagen nach einem Begriff benötigt, der ihm beim weiteren Unterrichtsablauf helfen kann oder der Schüler erwartet einen wichtigen Anruf. Manche benutzen es als Taschenrechner, andere als ein Fotoapparat, um z.B. Tafelanschrieb zu fotografieren. Musik hören hilft auch einigen beim Lösen der Mathematikaufgaben.

  • Das negative Benutzen eines Smartphones:

Der Schüler ist unmotiviert und schaltet sich gerade mit Hilfe eines Smartphones ab. Er ist spielsüchtig und spielt damit gerade im Unterricht oder er ist so verliebt, dass er SMS oder Nachrichten schreiben, verschicken und lesen soll.

Was nun? Darf jeder Schüler seine Smartphone im Unterricht frei benutzen oder nicht?

Bezogen auf die zwei o.g. unterschiedlichen Motive zum Nutzen eines Smartphones im Unterricht, fällt einem Lehrer immer schwer, Regeln zur Benutzung der Smartphones zu entwerfen. Verbietet es der Lehrer in einer Klasse allen Schülern, so schadet es den Schülern, die damit gute Absichten haben. Erlaubt es der Lehrer, so nutzen es die Schüler, die unmotiviert und für das Lernen uninteressiert sind, für z.B. das Spielen aus.

Ich persönlich habe diese Erfahrungen gemacht und war häufig überfordert, welche Vereinbarungen und Regeln in einer Klasse für das Benutzen eines Smartphones während des Unterrichtes getroffen werden sollen „Ob ich ein pauschales Smartphone-Verbot für die Klasse mache oder nur situativ“. Vor allem tauchten von den Schülern folgende Fragen auf:

  • „Darf ich mein Handy als Taschenrechner benutzen?
  • Darf ich mit meinem Handy Den Tafelanschrieb fotografieren?
  • Darf ich mit meinem Handy Musik hören, weil meine Konzentration dadurch besser ist?“

Die meisten Lehrer versuchen, demokratisch und fair mit seinen Schülern zu sein, indem sie das Handy pauschal entweder allen Schülern erlauben oder allen Schülern verbieten.

Ich bin der Ansicht, dass Pädagogen und Politiker sich Gedanken darüber machen sollen, von wem, wie, wann und zu welchem Zweck ein Smartphone im Unterricht genutzt werden kann, darf oder soll.

Mittlerweile ist das differenzierende Unterrichten in einer Heterogen-Klasse übel, was sich früher keiner vorgestellt hatte. Ich denke, es ist nun Zeit für die Pädagogen, sich ein Konzept oder Konzepte der Differenzierung auch für das Benutzen der Smartphones im Unterricht zu erarbeiten. So könnten z.B. Schüler, deren Konzentration sich durch das Musikhören verbessert, das Smartphone benutzen. Wissenschaftlich wurde dies in einigen Studien[1] belegt, dass das Musikhören die Konzentrationsfähigkeit fördert und dass die Schüler dabei komplexe Aufgaben viel besser bewältigen können.

Die Politiker hätten dann die Aufgabe, ein Gesetz zu entwerfen, warum und wann und zu welchem Zweck die einzelnen Schüler ihre Smartphones im Unterricht einsetzen können oder nicht benutzen dürfen, damit sie sich von dem Lehrer nicht unfair bzw. ungerecht behandelt fühlen könnten. Also eine Verordnung zum Benutzen eines Smartphones im Unterricht muss gemeinsam durch Pädagogen und Politiker geschrieben werden.

[1] Von den Studien habe ich ein paarmal im Nachrichten gehört.

Bildquelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de

 

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