Kostenarm bundesweit das Gleiche lernen

Meine Schulzeit:

Zu meiner Grundschulzeit waren die einzigen verwendeten Lehrmedien die Tafel, Arbeitsblätter, sowie das Bildungswerkzeug Sprache. Ich denke dabei sollte man bei aller Neigung zur Verwendung von neuen Medien in der schulischen Bildung auch bitte bleiben. Anders habe ich das Gymnasium erlebt. Man konnte spüren, dass einige meiner Lehrer erstmals, ob durch öffentliche Forderung oder Eigenmotivation heraus, vermag ich nicht zu sagen, bestrebt waren, Schülern die Benutzung des Internets oder von bestimmten essentiellen Office-Funktionen zu erläutern (und dabei gnadenlos scheiterten, da die Hälfte der Klasse bereits größere Kompetenzen im Umgang mit den neuen Medien besaß, als er, oder aber verglichen mit den eben beschriebenen Kindern, soweit unterhalb des Niveaus lagen, dass ein Anschluss und Wissensgleichgewicht herzustellen nahezu unmöglich war), zwanghaft (und völlig unpassend) PPP einzusetzen, bei jedem Übungsblatt, das den Schülern ausgeteilt wird, ausgiebig die entsprechenden urheberrechtlichen Situationen zu erläutern u.ä.m.. Der blosse Einsatz des Mediums, des Mediums wegen ist also mehr als kontraproduktiv für das schulische Bildungsbestreben. Mir waren dann die Lehrer lieber, die bei Tafel und Kreide blieben….


OER in der Schule

Das Projekt „Biobuch“ für die Klassen 7/8 finde ich großartig. Wichtige Vorraussetzung ist natürlich eine große fachliche und offiziell anerkannte Kompetenz der Autoren, am liebesten wär mir sogar ein anererkanntes Expertenteam der jeweiligen Fächer. Es könnte vlt. sogar das Potential intranational-elitärer Bildungspolitik entfalten (zumindest für äquivalent gesinnte/gebildete Staaten). Zumindest mal ein zielstrebiger Ansatz für einheitlichliches Lernmaterial auf Bundeslandniveau. Den größten Vorteil sehe ich im wirtschaftlichen Charakter, obwohl genau das im Artikel chritisiert wird:

Zitat: „Eine schnelle Adaption ist aber auch nicht zu erwarten: Für ein (nicht gedrucktes) offenes Schulbuch benötigen Schüler/innen eben auch entsprechende Lesegeräte (zum Beispiel eigene Smartphones)“.

Schulbücher im herkömmlichen Sinne haben meiner Meinung nach einen großen Wert in der schulischen Bildung. Die Realität beschreibt veraltete Schulbücher in z.T. mieserablem Zustand. Grund dafür sind die geringen finanziellen Möglichkeiten der Schule. Das „Biobuch“ kostet per Ausdruck deutlich weniger als ein herkömmliches Schulbuch. Jeder Schüler könnte es als Ausdruck auch nach dem Verlassen der Klasse in seinem Besitz behalten. Weiterhin bietet es den Vorteil, dass es permanent überarbeitet und aktualisiert werden kann, wodurch jährlich der Lerninhalt den aktuellsten und damit realsten Abbildungen der Wirklichkeit entsprechen kann und für Lehreinheiten zur Verfügung steht. Abgesehen davon, entlastet es den Lehrer enorm: er braucht sich keine Gedanken über Lizenzen zu machen.


Fazit

Ein Meilenstein in Richtung einheitliche Bildungspolitik mit deutlichem Mehrwert: Lernmaterial kann (als Ausdruck) im Besitz des Schülers bleiben und ist (als Ausdruck) eine kostengünstige Alternative. Weiterer Vorteil ist das hohe adaptative Potenzial, der Wissensstand kann jährlich von Experten aktualisiert werden.  Weiter so!

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