Wie schreibe ich eine didaktische Analyse zu meinem E-Learning Projekt

Michael Kerres bietet unter Didakticheck.de ein Tool an, mit welchem man sein E-Learningkonzept überprüfen lassen kann. Die Inhalte in seinem Buch „Mediendidaktik“ und auch die Kriterien die auf der Homepage dargestellt werden weichen jedoch von den mir in Erinnerung geblieben ab. Deshalb habe ich mir Gedanken gemacht welche Kriterien für eine didaktische Analyse von E-Learning Projekten wichtig sind und diese zusammengetragen. Grundlage hierfür waren meine belegten Seminare, Vorlesungen und Erfahrungen die ich im Bereich E-Learning und didaktischer Analyse sammeln konnte.

Didaktische Analyse

Eine didaktische Analyse ist die Begründung der didaktisch methodischen Entscheidungen. Eigentlich wird diese für einen Unterrichtsverlauf erstellt. Wolfgang Klafki, dieser Name sollte jedem der etwas mit didaktischer Analyse zu tun hat  nicht fremd sein. Seine fünf Grundfragen zur didaktischen Analyse waren lange Zeit die Ausgangsbasis für die Unterrichtsvorbereitung.

Im Gegensatz zum klassischen Unterrichtsentwurf bei dem ein Thema in eine Unterrichtsstunde eingebetet wird handelt es sich beim E-Learning Projekt um ein Unterrichtsthema was mit Hilfe des E-Learning umgesetzt werden soll.

1.) Natürlich muss auch hier ein didaktischer Schwerpunkt gesetzt werden.  Die Einbettung des Themas in einen authentischen Kontext.  Als Beispiel kann man hier beim Materialquiz die Bedeutung der Materialwissenschaft als Grundlage für das Verständnis von Werkstoffen herausstellen die eben zwingend für eine erfolgreiche Ausbildung im Metallbereich von Nöten ist.

2.) Als zweiten Punkt lässt sich festhalten wie sich die Wahl des Unterrichtsthemas begründen lässt. Für das Beispiel Materialquiz wäre dies. Die Inhalte werden im Rahmenlehrplan im Lernfeld 1 und 2 beschrieben. Das Thema eignet sich besonders gut, da hier rein fachsytematisches Wissen abgefragt wird. Des weiteren bedarf es einer erheblichen Motvivation der Schülerinnen und Schüler, um die Lernziele zu erreichen.

3.)Im weiteren Verlauf müssen die Lerninhalte und Lernziele festgelegt werden. Für Materialquiz wären dies z.B. Eisenwerkstoffe, Nichteisenwerkstoffe, Gitterstrukturen, Legierungen, oder auch Metallographie.  Lernziel wäre der Erwerb von Fachkompetenz im Bereich der Materialwissenschaft.

4.) Des Weiteren muss man sich über die Art des Mediums Gedanken machen mit welchem das Thema umgesetzt werden soll. Es sollte begründet werden warum das ausgewählte Medium für das Thema geeignet ist. Für unserer Beispiel wäre das eine App. Gehört zum M-Learning. Soll in Leerlaufzeiten die Schüler motivieren sich spielend Fachwissen anzueignen. Es werden nur kleine Lerneinheiten vermittelt.

5.)Mit welchem lerntheoretischen Ansatz wird das E-Learning Projekt umgesetzt. Michael Kerres geht im Buch Mediendidaktik im Abschnitt Medien- und Lerntheorien auf die einzelnen Theorien ein.  Im Seminar Neue Medien bei Frau Prof. Grell wurde ebenso ein Schwerpunkt auf den lerntheoretischen Ansatz gelegt. Für unsere App Materialquiz wäre dies die Behavioristische Lerntheorie , die im Szenario des Blended Learnings stattfindet. Denn nur mit unserer App lässt sich das  Unterrichtsthema nicht erlernen.  Der Berufsschulunterricht kann durch die App nicht ersetzt, aber ergänzt werden.

6.) Der Lernprozess soll Aufschluss darüber geben wie die Schülerinnen und Schüler sich das Wissen erschließen können. Er soll ausserdem aufzeigen wie die Ergebnisse gesichert werden, welche Zwischenergebnisse erarbeitet werden  und berücksichtig die kognitiven und lernpsychologischen Aspekte. Für Materialquiz wäre der Lernweg spielerisches Lernen. Die Schülerinnen und Schüler befinden sich in einem Quizspiel. Zwischenergebnisse wären das lösen einer Aufgabe oder das beenden einer Kategorie. Das erreichte Ergebnis wird den SuS visuell dargestellt.  Kognitive Aspekte wären, z.B. das es keine Systematik beim lösen der Aufgaben gibt. Man sich Gedanken darüber machen wie ich bei dem Quiz vorgehe. Welche Kachel öffne ich zuerst.  Die Aufgaben sind individuell gestaltet. Motivation wird durch das E-Learningangebot erzielt. Ein weiterer Motivationspunkt ist das interne Klassenranking. Nach dem Motto: Wer ist hier der Beste?

7.) Der letzte Punkt wäre die Interaktionsplanung. Welche Interaktion soll  meine E-Learning Projekt beinhalten?. Es ist für die Lehrkraft natürlich wichtig wie die SuS mit dem zur Verfügung gestellten Lernmedium umgehen. Gibt es Probleme bei der Anwendung. Gibt es inhaltiliche Probleme ? Wo kann die Lehrkraft interagieren? Was kann die Lehrkraft bewerten oder auswerten? Ebenso wichtig ist die Schüler/Schüler Interaktion. Lernen in sozialen Gruppen ist wichtig. Es generiert Synergieeffekte und man kann vom Wissen der anderen profitieren. Für E-Learning Angebote aus der Kategorie M-Learning ist normalerweise keine Interaktion  zwischen SuS oder LuS vorgesehen, was immer wieder negativ ausgelegt wird. Deshalb haben wir uns entschieden eine Forumsoption einzurichten, auf welche die SuS und die Lehrkraft zugriff haben. Hier sollen die wichtigsten Fragen zu den einzelnen Aufgaben, aber auch zur Anwendung der App gestellt und von Schülern , sowie der Lehrkraft beantwortet werden.

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